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Eine der Hauptbeschäftigungen der Bewohner des Kirchspiels Kleusheim war bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der Bergbau. Zuerst ist der hiesige Bergbau bezeugt durch den 1563 zu Neuenkleusheim aufgeführten "Jürgen Bergknecht". Im Schatzregister von 1649 sind in Altenkleusheim von fünf Einsassen einer als Berggesell, in Neuenkleusheim von 26 Steuerzahlern neun als Bergknappen, einer als Berggesell und einer als Bergsteiger, in Rehringhausen von 16 Einsassen einer als Bergmann angegeben. 1775 sind von 30 Einsassen zu Altenkleusheim neun Bergleute, in Neuenkleusheim von 64 18 Bergleute, ein Bergsteiger, zwei Bergschmiede und zwei Kupferschmiede, in Rehringhausen von 29 Steuerpflichtigen drei Bergleute, ein Bergstöpper und ein Bergsteiger. Die Zahl der Bergleute dürfte noch größer gewesen sein, da bei einigen Einsassen kein Beruf angegeben ist.

Das bedeutendste Bergwerk, das den hiesigen Einwohnern Arbeit bot, war die in der Gemeinde Olpe-Land liegende Grube Rhonard. Ihre Kupfererze wurden später auf der Stachelauer Hütte geschmolzen.

Großes Interesse hatte der Droste Caspar von Fürstenberg am Bergbau An hiesiger Gegend. In seinen Tagebüchern erwähnt er unterm 18. November 1572 die Abnahme "der Berghrechnung zu Ilpershagen" (Elpertshagen).

In den Grenzstreitigkeiten wird 1609 von den Nassauern eine Erzgrube 'bzw. ein Bergwerk auf dem IIbertshain" (Elpertshagen) erwähnt. Im Jahre 1668 nennt der Bergmeister Engelhardt in seinem Bericht die Eisensteinbergwerke auf dem Elpertshagen. Derselben sind vier, mit Namen: der Gang im Hangenden, der mittlere Gang, Kippesgang genannt, der Gang im Liegenden, genannt Struppiger Gang, und Martin Stochers Gang; waren etliche Lachter (Bergmaß) mächtig, "auch Kupfererze daneben und sein die Intressirende wegen großer EinquarIrung und aus Gebrauch vieler Schatz und Contributionen dermaßen ausgemattet, und sie in einem Jahr gar wenig bearbeitet, wodurch nn die Schächte und Stollen sehr baufällig geworden". Seit 1859 heißen die Gruben "Elpertshagener Vereinigung". - 1658 erwarb Hupert Hille (Rehringhausen) Gerechtsame an der Grube Kippesgang. Um 1700 war Rosina von Holdinghausen Besitzerin der Grube lpertshagen. Diese schuldete dem J. Jäger (Olpe) seit 1700 aus Weinlieferungen über 85 Rtr. Die Schuldnerin will dafür mehrere Karren Eisen liefern. Jäger drängte 1712 auf Zahlung, da die Schuldnerin einen ansehnlichen Vorrat an Eisen aus dem Elpertshagen gewonnen habe und er sich in großer Not befände, da ihm 1711 sein Eisenhammer mit viel Kohlen verbrannt sei.

Engelhardt nennt 1668 auch das Kupferbergwerk auf dem Kleusheimer Bruch, das auch infolge des 30jährigen Krieges zum Erliegen gekommen sei. Jetzt heißt dies Bergwerk "Elpertshagener Nachbar". Östlich von der Grube St. Georgius baute am "Stübelhagen", unweit des Dorfes Neuenkleusheim die Grube "Elpertshagener Nachbar", in welcher in früherer Zeit ein ausgedehnter Betrieb stattgefunden, wie das aus einem alten aus dem Jahre 1748 stammenden Grundriß hervorgeht; von den zu damaliger Zeit noch zugänglichen Grubenbauen wurde 1802/03 durch den Markscheider Gipperich ein neuer Grubenriß angefertigt. in den Jahren 1875 und 1876 wurde die aus den Einzelfelderrl "Ohligenbruch", "Neuer Bruch", "Stern" und "Sokrates" konsolidierte Grube "Elpertshagener Nachbar" durch einen 34 Meter tiefen Schacht untersucht, wobei ein 0,2 bis 2 Meter mächtiger Gang, der Spateisenstein und Kupfererz führte, aufgeschlossen wurde. Am 9. August 1805 verunglückte der 51jährige J. Heuel (Altenkleusheim) auf dem Bergwerk Olikenbroich.

Auf dem östlichen Teile des Rhonarder Gangzuges baute etwa 600 Meter nordöstlich von der Grube "Elpertshagener Nachbar" die schon oben erwähnte Grube "Elpertshagener Vereinigung", die aus den folgenden elf einzelnen Grubenfeldern (in den Jahren 1852-1857 neu verliehen) konsolidiert war: Elpertshagen, Gute Hoffnung, Vulcan, Mark, Mars, Mausefalle, Meidlingszeche, Ravensburg, Glückshoffnung, Gnom und Walram. 1780 wurde der Graf von Brabeck Besitzer der Grube, später der Graf von Stolberg, der auch den "Elpertshagener Nachbar" erwarb. Beide fielen dann 1823 ins Freie und wurden bald darauf neu gemutet. Ein neues Zechenhaus und eine Aufbereitungsanstalt wurden auf dem Elpertshagen 1860 genannt. - Die Erzführung des Ganges, auf den beide Gruben bauten, bestand aus Spateisenstein, Bleiglanz und Kupferkies. Nachdem in früheren Jahren die durch die Schächte und seine "oberen Stollen" aufgeschlossenen Erze dieses Ganges abgebaut waren, wurde 1858 ein 542 Meter langer und 90 Meter Teufe (= Tiefe) einbringender Stollen an den Gang herangetrieben und dann 200 Meter auf dem Gang selbst aufgefahren, wobei festgestellt wurde, daß der Gang bei einer streichenden Länge von 60 Meter ein bis zwei Meter mächtigen reinen Spateisenstein und gleichzeitig im Hangenden ein ein Meter mächtiges Bleierzmittel führte. Das Bleierzmittel keilte jedoch acht Meter über und 18 Meter unter der Stollensohle wieder aus. Auf diese 60 Meter lange reiche Gangpartie folgte eine 50 Meter lange Verdrückung des Ganges, der sich wieder ein 60 Meter langes, ein Meter mächtiges Spateisensteinmittel anschloß. Unter der tiefen Stollensohle wurde der Gang noch mit einem 20 Meter tiefen Gesenk ein Meter mächtig edel überfahren und hiernach die weiteren Arbeiten auf der Grube "Elpertshagener Vereinigung" eingestellt. In den Jahren 1923-1927 wurde bis zur Sohle des Littfelder Stollens (96 Meter Teufe) ein Hauptförderschacht niedergebracht. Der beabsichtigte großzügige Abbau mußte aber infolge Konkurs vom Stahlwerk Becker eingestellt werden. Der Förderturm wurde um 1932 wieder abgebrochen.

Im Stübelhagen schlossen sich an das Grubenfeld der Grube "Elpertshagener Vereinigung" in südwestlicher Richtung nach Altenkleusheim zu das Grubenfeld der Gruben "Vogel am Falkenstein", "Nördlicher Ackermann", "Glück auf Ackermann", "Brache", "Neue Brache", "Heinrichszeche" und "Prowinkel" an; im Osten markscheidete mit der Grube "Elpertshagener Vereinigung" das Feld der Grube "Waterloo", während "Glücksstern", "Glücksbrunnen", "Moses" und "Kruberg I' anschlossen.

Die meisten der genannten Gruben sind nicht zum Abbau gekommen, nur die "Brache" bei Altenkleusheim war in den 1860er Jahren in Betrieb. Stollen und Schacht sind heute zugefallen.

Engelhardt nennt 1668 auch das Bergwerk "Der junge Bergwinkel", das auch durch die Kriegswirren in Niedergang geraten sei. Es wird sich um den "Prowinkel" bei Altenkleusheim handeln.

Mitbestimmend für den Niedergang der heimischen Bergwerke waren die starke Konkurrenz des Siegerlandes und vor allem die schwierigen Verkehrsverhältnisse.

(nach: N. Scheele)

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